Entwicklungen zum online Stellenmarkt:

Eine kürzlich veröffentlichte Studie "Recruiting-Strategien 2016" der Zeitschrift Personalwirtschaft beschreibt einen Wandel. Es wurden die Antworten von rund 150 Entscheidern aus dem Personalbereich ausgewertet, von denen ca. 30 Prozent in kleinen (< 50 Mitarbeiter), ca. 40 Prozent in mittleren (50 bis 499 Mitarbeiter) und weitere ca. 30 Prozent in großen Unternehmen (500 Mitarbeiter und mehr) tätig sind.

Während im Jahr 2004 noch 57,8 Prozent der Bewerber bei der aktiven Stellensuche Printmedien nutzten (Quelle: Uni Bamberg, Bewerbungspraxis 2015), waren es zehn Jahre später nur noch 20,7 Prozent.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern nehmen weiter zu. Deutsche Unternehmen suchen und finden einen Großteil dieser zukünftigen Mitarbeiter mittlerweile online - für viele Unternehmen gehören dabei Online-Stellenanzeigen zu den wichtigsten Kanälen, zur Ansprache neuer Bewerber.

Aber welche Online-Kanäle, zur Findung geeigneter Mitarbeiter, sind dabei die Effektivsten?

Eine aktuelle Untersuchung zum Anteil genutzter Recruiting-Kanäle bei den Neueinstellungen ergab, dass die Mehrheit der Mitarbeiter bei führenden deutschen Unternehmen über die Unternehmenswebsite oder Internet-Stellenbörsen angeworben wird. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gaben an, Stellenbörsen im Internet mehr als jeden anderen Kanal zur Suche nach geeigneten Kandidaten zu nutzen und auch die meisten Bewerbungen auf diesem Weg zu erhalten.

Das gilt für alle Zielgruppen - Personaler, Hochschulabsolventen sowie Manager und Führungskräfte, mit Ausnahme der Auszubildenden. Speziell zur Ansprache von Akademikern nutzen 45 Prozent der Unternehmen Online-Stellenbörsen als wichtigsten Kanal.

Bei diesen für Unternehmen besonders wichtigen Mitarbeitergruppen ist auch der Unterschied zu Print-Stellenanzeigen besonders gravierend. Auf der Suche nach geeigneten Hochschulabsolventen und Führungskräften schalteten nur noch ein geringer Prozentualer Anteil der befragten Unternehmen noch Print-Stellenanzeigen

Heute ist also das Online Recruitment, also die Personalbeschaffung von Unternehmen und Personalern im Internet, weiter auf dem Vormarsch.

Diese Entwicklung kommt sowohl von Seiten der Bewerber als auch der Unternehmen nicht von ungefähr und hat im Zeitalter des Smartphones durchaus nachvollziehbare Gründe:

Diese Entwicklung ist beispielsweise nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass im Online Requitment, anders als bei der klassischen Print-Ausschreibung, detaillierte Möglichkeiten zur Erfolgsauswertung der Anzeigen und der einhergehenden Berücksichtigung dieser Statistiken, zur direkten Einflussnahme auf Anzeigendetails, sogar noch während der laufenden Anzeigenschaltung. Im Gegensatz dazu, sind nur für einen geringen Anteil von Unternehmen, laut einer Untersuchung der Personalwirtschaft der Universität Bamberg, der Erfolg einer Print-Stellenanzeige überhaupt messbar. Hier sind unerlässliche Maßnahmen zu treffen, die alle mit zusätzlichen Kosen verbunden sind. Die zur Auswertung gesammelten Daten sind dabei jedoch viel weniger aussagekräftig als die der Online Medien, die wirklich im Detail auswerten und fast schon sagen können wer denn dieser Bewerber ist.

Über online Kanäle lässt sich über ein sogenanntes Tracking vieles an Informationen mit hoher Aussagekraft gewinnen. Für gut aufgestellte Online Stellenanbieter gehört der Gebrauch eines solchen Trackings mit zum Standard und ist mittlerweile selbstverständlich.

Jobbörsen bieten dem Unternehmen oder dem Bewerber darüber hinaus die Möglichkeit entsprechend seinem angelegten Bewerberprofil, Jobangebote vorgeschlagen zu bekommen, die zu seinen Qualifikationen passen. Mit dieser Match und Tagging-Technologie lässt sich daher effizient der zukünftige Mitarbeiter oder auch Arbeitgeber finden. Der Arbeitgeber hat des Weiteren die Möglichkeit seine Bewerber mit mehr als nur einem Logo oder einem taffen Slogan anzusprechen. Online sind die Optionen zur Selbstdarstellung natürlich um ein vielfaches höher. Die jeweilige Firma kann sich beispielsweise mit einem kurzen Imagefilm vorstellen, um potentiellen Bewerbern dadurch bereits vorab einen Einblick ins operative Geschäft zu geben.

Neben Online-Jobbörsen, setzen zudem rund drei Viertel der Unternehmen nach eigenen Angaben auf ihre eigenen Karrierebereiche auf eigenen Webseiten. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass die Webseite, sowie die Stellensuche in den Jobboards auch für Mobilgeräte optimiert sind, sich also zum Beispiel durch responsives Design an Handy-Displays anpassen, da die Benutzerfreundlichkeit für die Bewerber eine wichtige Rolle spielt.

Der wesentlichste Grund des Wandels zum Online Recuitment ist allerdings das Nutzungsverhalten der Bewerber. Viele der potentiellen Bewerber finden heutzutage überall im Internet statt. Aus Bewerbersicht, besteht von jedem erdenklichen Ort der Welt und zu jederzeit die Möglichkeit sich zu informieren oder sich nach einem neuen Job umzusehen – im Bus, der Straßenbahn oder sonst einem Ort, an dem sich gerade das passende Zeitfenster öffnet. Der Gebrauch eines Smartphones bei der Stellensuche lag bereits im Jahr 2015 bei über 40 %, Tendenz steigend. (Quelle: Uni Bamberg, Bewerbungspraxis 2015) Selbst zu Hause ist der Gebrauch eine Smartphones oder Tablett PC’s Gang und Gebe. Experten aus dem Bereich Human Resources vermuten, dass neben dem Aktiv Sourcing auch der Gebrauch von social Media Kanälen bei der Stellensuche (Social Media Recruting) immer wichtiger werden wird

Natürlich ergeben sich für Unternehmen, die sich unter Berücksichtigung dieses gewandelten und sich weiterwandelnden Nutzerverhaltens, auf der Suche nach Bewerbern viele weitere wichtige Vorteile, sowohl hinsichtlich der Überregionalität der Reichweiten, als auch die geringeren Investitionskosten, denen es bedarf bis man den passenden Bewerber für sein Unternehmen gefunden hat.

Ein weiteres Kriterium, welches immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind gerade diese über soziale Medien erzielbaren Reichweiten.

Der heutige gesellschaftliche Konsum von zwischenmenschlicher Interaktion im Internet, bietet gerade im Bereich der Personalbeschaffung vielseitige Möglichkeiten der direkten Ansprache von Bewerber oder Stellenausschreibungen von Firmen.

Aus der Kombination aus Online Jobbörsen und der Verwendung der neuen Medien entsteht somit wahrscheinlich der zukünftig effizienteste Weg, möglichst viele potentielle Bewerber zu erreichen.

Croo gehört dabei zu den Jobportalen, die sich, mit dem Zertifikat als faire Jobbörse,  im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern nicht nur durch ein faires Preisleistungsverhältnis, sondern Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern im Internet auch bei der Promotion ihrer aufgegebenen Stellenanzeigen unterstützt, da ein Teil der Unternehmensbeiträge direkt ins Online und Social Media Marketing der Stellenanzeigen fließt.

Fazit:

Unternehmen, gleich jeder Größe können nicht mehr bei der Suche nach dringend benötigten Mitarbeitern, auf die Dienste der online Jobbörsen verzichten. Sie müssen ihren neuen Mitarbeitern dorthin folgen, wo sie auch erreicht werden können und für sich gewinnen können. Das ist nun mal nicht mehr die Tageszeitung, die auf dem morgendlichen Weg ins Geschäft gelesen wird, sondern eben das Medium welches jeder Zeit aus der Hosentasche gezogen wird, um sich schnell über die Themen zu informieren, die den Leser gerade im Moment interessieren.

Schaut man sich die Studien genauer an, wird schnell klar, dass die neuen Medien nicht genutzt werden, weil die Unternehmen die Vorteile früh nutzen möchten, sondern weil deren Zielgruppe dort zu finden ist und die Unternehmen sich darauf einstellen mussten.

Als positiven Effekt können die Unternehmen verbuchen, dass die Veröffentlichung, die Auswertung und die Reichweite der Stellenanzeigen deutlich effektiver wurde. Vor Allem, wenn es darum geht Mitarbeiter überregional suchen zu müssen, weil im eigenen Umkreis kaum potentielle Bewerber zu finden oder die Konkurrenz zu groß ist.

Thomas Galautz
05.08.2017
Arbeitsmarkt