Richtige Kommunikation bei der Suche nach Mitarbeitern

Der Markt für qualifizierte Arbeitskräfte ist hart umkämpft. Für Unternehmen wird es immer schwieriger den geeigneten Mitarbeiter langfristig an sich zu binden. War es vor nur ein paar Jahren noch so, dass diese heute so gefragten Arbeitskräfte froh um eine Festanstellung mit entsprechender Entlohnung sein mussten, ist die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften heute größer denn je. Die Rollen haben getauscht - nicht um den Arbeitsplatz wird konkurriert, sondern um den Mitarbeiter.

Aber an Hand welcher Faktoren orientieren sich die Arbeitnehmer auf der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz und welche Kriterien sind für Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften zu beachten?

Work Life Balance

Generell kann man sagen, dass Fach- und Führungskräfte auf der Suche nach dem Einklang von Beruf und Privatleben sind. Der Job nimmt zwar nach wie vor einen hohen Stellenwert ein, aber Familie und die persönliche Entwicklung sind mindestens genauso wichtig. Es wird für Unternehmen im Großen und Ganzen also immer wichtiger das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter schon bei der Darstellung ihrer Stelleninserate, also der Erstpräsentation des suchenden Unternehmens, zu berücksichtigen.

Immer mehr hochqualifizierte Arbeitskräfte, sind sich bewusst, dass die Situation am Arbeitsmarkt viele Möglichkeiten mit sich bringt. Um in diesem Wettbewerb, Arbeitskräfte langfristig diese an sich zu binden, stehen Unternehmen vor der Aufgabe, die Arbeitsstrukturen und Karrierewege so zu gestalten, dass ihre Mitarbeiter die richtige Balance zwischen Arbeit und Privatleben finden. Ob die richtige Ernährung oder der richtige Beruf, heute stehen für die meisten Arbeitnehmer die Gesundheit und Ausgewogenheit im Vordergrund. Man möchte gesund leben und Beruf, Familie und Freizeit unter einen gemeinsamen Hut bringen.

Um diesen Wünschen zu begegnen, legen immer mehr Firmen Wert auf flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Sportprogramme oder auch regelmäßige Teambildungsmaßnahmen, um so ständig an einem positiven Arbeitsklima und einhergehenden Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität zu arbeiten, um so langfristig ihre Mitarbeiter zu binden.
Gerade Berufsgruppen wie Ärzte, Pflegekräfte und IT-Spezialisten oder Ingenieure können sich sicher, innerhalb eines halben Jahres einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Richtig Kommunizieren, was man zu bieten hat

Dieser Wettbewerb bringt natürlich neben den Aufgaben auch viele Chancen für Unternehmen mit, um sich am Arbeitsmarkt entsprechend abzuheben. War früher eine einfache, dreizeilige Stellenanzeige in einem Printmagazin genug um eine Bewerbung zu erhalten, wird heute die richtige Präsentation seines Unternehmens immer wichtiger. Die Zeiten, in denen man sich stapelweise Zeitungen gekauft hat, um die darin enthaltenen Stellenangebote durchzuarbeiten, gehören schon längst der Vergangenheit an. Die Jobsuche findet heute fast ausschließlich online statt. Heutzutage werden die meisten Jobs auf der eigenen Unternehmensseite, auf Online-Jobbörsen, auf der Seite der Arbeitsagentur und über Social Media-Kanäle geschaltet. Alleine die zur Verfügung stehende Präsentationfläche zur Darstellung seines Inserats ist um ein vielfaches größer. Mit weiter wachsender Digitalisierung und Vernetzung der Gesellschaft bieten die neuen Medien zudem auch gewinnbringende Möglichkeiten, vorab Einblicke ins Unternehmen zu geben.

Arbeitgeber sollten den Platz, der ihnen zur Verfügung steht auch nutzen. Das Web bietet dafür eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Auf bestimmten Plattformen wie z.B. Kununu können sich Arbeitgeber mit vielen Informationen gezielt den potentiellen Arbeitnehmern vorstellen und auch bewerten lassen.
Ein gut inszenierter sympathischer Imagefilm beispielsweise kann Informationen schneller transportieren, als ein umfangreicher Text. Auf vielen Jobbörsen kann man inzwischen solche Videos den Stellenanzeigen hinzufügen.

Ausführliche Stellenanzeigen mit Informationen zu den Benefits, den Aufgaben und Anforderungen überzeugen mehr, als nur drei Zeilen Text. Wer sich keine Mühe bei der Formulierung seiner Inserate gibt, wird als weniger attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Das muss zwar nicht zutreffen, erweckt mangelnde Kommunikation aber dennoch den Eindruck .

In sozialen Netzwerken stattfinden und dort auch offene Stellen bewerben - viele Unternehmen sind in den sozialen Medien bereits aktiv. Mal mehr Mal weniger intensiv. Es wird über Neuerungen und Produkte gepostet, aber über das Unternehmen selbst und die Vorteile dort zu arbeiten, nur selten. Warum sollten sich da Unternehmen stehen also sowohl vor der Aufgabe bei der Suche von Arbeitskräften neue flexible Wege zu gehen, als auch beim halten seiner Mitarbeiter, da durch diesen Umbruch der Arbeitswelt, ein Arbeitsplatzwechsel, selbst wenn ein Umzug nötig wäre, kein großes Hindernis mehr darstellt. Durch den ebenso steigenden Mangel an Fachkräften wächst die Gefahr, dass Fachkräfte den Jobwechsel in Erwägung ziehen, selbst wenn sie sich gut in ihrem bisherigen Unternehmen aufgehoben fühlen und eine Arbeitsplatzwechsel sogar nur auf Grund der attraktiveren Rahmenbedingungen beim neuen Arbeitgeber in Frage kommt.

Die entscheidenden Kriterien für die zukünftigen Mitarbeiter sind allerdings auch die Grundlegenden.

Eindeutig das wichtigste sind Arbeitsplatzsicherheit, Ehrlichkeit sowie eine faire Bezahlung und das alltägliche Arbeiten an sich. Hier nähern sich die Vorstellungen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber immer mehr an. Wünschen sich viele Unternehmen einen selbständig arbeitenden, teamorientierten Mitarbeiter, so wünschen sich Fachkräfte ebenso die Möglichkeit eigenständig zu arbeiten und sich im Kollegenkreis wohlzufühlen. Das Arbeitsklima im Gleichgewicht zu halten, flexible Arbeitszeiten, Vergünstigungen und ebenso bei wichtigen Entscheidungen die sein Resort betreffen ein Mitspracherecht zu haben gehört heute zu den alltäglichen Herausforderung. Erfüllt ein Unternehmen alle diese Voraussetzungen bedarf es für die meisten hochqualifizierten Arbeitskräfte Perspektiven, Aufstiegsmöglichkeiten und Mitarbeiterförderung.

Wie kommuniziere ich mein Unternehmen richtig

Bei allen wichtigen Rahmenbedingungen beginnt die Suche bzw. manifestiert sich der erste Eindruck des potentiellen Bewerbers bei der Stellenanzeige und der Wahl des dafür effektivsten Mediums bzw. der richtigen Kombination aus mehreren Medien.

Langfristig sollten Stellenanzeigen von Unternehmen auf der eigenen Webseite einzusehen sein, die im besten Fall für mobile Geräte optimiert sein sollte. Selbst wenn der Bewerber über einen anderen Kanal auf die offene Stelle aufmerksam wird, neigen die meisten Bewerber dazu, sich direkt ein Bild vom Unternehmen auf der Webseite der Firma zu machen und ggf. auch gleich den Erstkontakt darüber herzustellen.

Mittel und kurzfristig sollten Jobplattformen genutzt werden, die direkt mit der eigenen Webseite verlinkt sind. Diese Jobbörsen nutzen professionelle Wege die Stellen überregional zu verbreiten bzw. so zu streuen, dass maximal viele Bewerber erreicht werden. Besonders interessant sind dabei die Möglichkeiten wie sich ein Unternehmen präsentieren kann und welche Verwaltungs- und Suchfunktionen die Stellenbörse hat. Im Optimalfall lässt sich alles aus einer gut überschaubaren Benutzeroberfläche verwalten und einsehen, so dass sich gezielt nach bestimmten Bewerbern selektiert werden kann.

Fach- und Führungskräfte legen hohe Maßstäbe an den Bewerbungsprozess an. Schon in der Phase des ersten Kontaktes kann der Arbeitgeber durch eine gute Performance bei der Stellenanzeige oder der Website viele Pluspunkte sammeln. Technische und organisatorische Stolpersteine halten dagegen qualifizierte Kandidaten von einer Bewerbung ab. Tatsächlich werden Unternehmen an Hand dieser Kriterien in ihrer Attraktivität vom Bewerber bewertet bzw. werden dies bis hin zum Jobinterview als persönliche Vorstellung des Unternehmens betrachtet.

Schwächen erkennen und Lösungen umsetzen

Wer bereits gemerkt hat, dass ein Mangel an Mitarbeitern besteht und auf seiner Suche nach Mitarbeitern, nicht genügend Bewerbungen erhält, der muss dringend etwas ändern.

Folgende Punkte könnten geprüft und angepasst werden:

Außendarstellung

  • Inhalte meiner Stellenanzeigen (Ausführlichkeit und Vollständigkeit)
  • Informationen auf der eigenen Webseite
  • Veröffentlichungsort (Wo ist meine Stellenanzeige kommuniziert)
  • Gestaltung der Informationen (Das Design meiner Webseite, Stellenanzeige und Social Media Kanäle)
  • Technische Aspekte einbeziehen. (SEO für die Stellenanzeigen auf der eigenen Webseite und Benutzerfreundlichkeit)
  • Netzwerke. Über welche verfüge ich und meine Mitarbeiter

Benefits

  • Wie attraktiv ist der Arbeitsplatz
  • Welche Vergünstigungen könnten angeboten werden
  • Was denken die eigenen Mitarbeiter aktuell über ihren Arbeitgeber. Gäbe es Verbesserungsvorschläge, die ich intern einfach erfragen kann?

Externe Hilfsmittel

  • Gibt es staatliche Förderprogramme zur Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterförderung?
  • Kann mir mein Verband Tipps geben?
  • Welche Möglichkeiten kann mir die IHK anbieten?

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Soll aber aufzeigen bzw. einen Hinweis geben, wo man ansetzen kann um auf der Suche nach Mitarbeitern sich zu verbessern.

Fazit:

Der erste Schritt bei der Suche nach Mitarbeitern sollte das Prüfen der Außenkommunikation seines Unternehmens sein. Der Gebrauch von zeitgemäßen Medien hat den Vorteil sich besser an seiner Zielgruppe orientieren zu können. Auf Jobbörsen und gut geschrieben Stellenanzeigen kann dabei nicht verzichtet werden. Es ist fast so, als würde man sich bei dem Mitarbeiter mit seiner Stellenanzeige bewerben, also muss diese und der Auftritt des Unternehmens an sich überzeugen können.

Gleichzeitig muss geprüft werden, ob die Arbeitsplätze nicht attraktiver gestaltet werden können. Mit einem neuen Blumentopf auf dem Schreibtisch ist es da nicht getan. Oft sind solche Verbesserungen mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Allerdings können sie sich langfristig für den Arbeitgeber auszahlen. Es gilt Fachwissen im Unternehmen zu behalten, weitere Umsatzträger zu entwickeln und Mitarbeiter nachhaltig an sich zu binden.

Externe Partner, Institutionen oder öffentliche Partner können einem neue Impulse, Ideen geben oder auch objektiv neue Wege aufzeigen – das bedeutet aber auch, dass man dafür bereit sein muss sich Ihnen öffnen.

01.09.2017
Arbeitgeber Tipps